....Die Anfänge des Winterbadens in
Leipzig liegen weit zurück. ANFANG der 60er Jahre wurde dieser Sport nur
von Einzelkämpfern betrieben. Die Eisbader, die noch nicht in großen
Gruppen auftraten, wurden damals noch als "Spinner oder Verrückte"
bezeichnet, die ihre Gesundheit ruinieren. Auch das Lehrerehepaar Schrepper, die späteren Begründer der Leipziger Pinguine, betrieben mit
großer Freude diesen Extremsport.
1982 wurde in der Betriebssportgruppe des VTK Leipzig die Sektion
Winter- und Abhärtungsschwimmen ins Leben gerufen. Angefangen hat es
damals mit "7 Pinguinen", die im Laufe der Saison Zuwachs bekamen und
bald eine Anzahl von 30 Aktiven im Alter von 12 bis 60 Jahren erreichte.
Bereits in der 2. Saison richten die Leipziger Winterschwimmer am
5./6.2.84 das 6.Trommeltreffen aus. Zum Kulkwitzer See kamen 240
Winterschwimmer. Die Besucherzahl war mit 20.000 rekordverdächtig und
einmalig. Veranstaltungen dieser Art waren damals Zuschauermagnete. Die
Vorstellung, dass es Leute gibt, die ohne "Hüllen" ins eisige
Nass
steigen, während die Zuschauer dick eingemummt sind, schien viele zu
diesem eiskalten Vergnügen locken. Je kälter es war, desto neugieriger
wurden die "Normalos".
1987 suchten die Leipziger Pinguine über die Zeitung Nachwuchs zum
Aufbau einer Kindergruppe. 24 kleine Pinguine, die keine Angst vorm
kalten Wasser hatten, meldeten sich; und auch die meisten Eltern machten
gleich mit. Die Leipziger hatten nun drei verschiedene Gruppen, die an
drei verschiedenen Tagen der Woche trainierten. Die erste "Wintertaufe"
für die Neulinge war dann gleich im Februar 1988 das 10.Trommeltreffen
in Lubmin. Die Leipziger Pinguine erhielten aufgrund der stärksten
Kindergruppe zum zweiten Mal den Seehundpokal.
Auch das 11.Trommeltreffen fand 1989 in Leipzig statt, diesmal waren
196 Sportler am Start und es kamen 22.000 Zuschauer zu diesem Spektakel.
Die inzwischen auf 80 Mitgliedern angewachsene Sportgruppe hatte sich
wieder zusammengeschlossen, auch wenn sich ein Teil der Erwachsen den
Namen "Leipziger Eisvögel" gab.
Die Wende 1990 brachte auch den Leipzigern große Veränderungen. Viele
"Pinguine" zog es in andere Gefilde, aus den 80 Mitgliedern wurden 40.
Aber ab 1992 ging es in Leipzig wieder aufwärts. Im Dezember nahmen sie
wieder am Moldauschwimmen in Prag teil. Beim Naturistenverband e.V.
fanden die Leipziger eine neue Heimstatt, der dann auch bereit war,
Fahrten zu Winterschwimmen in anderen Städten finanziell zu stützen.
Eisbaden im Kulkwitzer See 1996 bei 30 cm Eis und Sonne
Ab jenem Jahr war der Kontakt zu anderen Gruppen wieder hergestellt. Und
seit 1993 ist das Leipziger Anbaden ANFANG Dezember, erstmals unter
Schirmherrschaft des Naturistenverbandes, wieder eine feste Größe im
Wintersportkalender.
Ein "ausgewanderter Pinguin" hat diese Tradition nach Bayern getragen.
Als Isar-Pinguin hat Veronika schon mehrere Treffen in Bayrischen
Alpenseen organisiert. Natürlich waren die Leipziger immer dabei. Auch
an in anderen Städten wieder regelmäßig stattfindenden Veranstaltungen
der Winterschwimmer sind die Leipziger stets präsent. Seit 1992/93 sind
die Leipziger wieder eine feste Gemeinschaft mit ca. 40 Mitgliedern im
Alter zwischen 12 und 70 Jahren. Sie trainieren wöchentlich gemeinsam,
fahren zu den Treffen der Winterschwimmer nach Bayern, Plauen, Chemnitz,
Berlin, Pirna, Oberwiesenthal, Hiddensee, Ferchland; feiern aber auch
gemeinsam Geburtstag, Fasching und Silvester. Der Frühling wird
gemeinsam begrüßt, natürlich im Wasser. Himmelfahrt, Sommerfeste und
Camping werden gemeinsam verbracht.
Besonders die Saison 95/96 ließ die Herzen der Winterschwimmer höher
schlagen. Von ANFANG Januar bis ANFANG April war der Badesee fest
zugefroren. Mit der Axt musste das Eis jeden Sonnabend zum Training neu
aufgeschlagen werden. Viele Spaziergänger staunten nicht schlecht, als
die Pinguine nach der Axt zur Badehose griffen und ins Eisloch
abtauchten.
1999 wurde das Leipziger Anbaden zum ersten Mal in Leipzig - Lindenthal
durchgeführt.
Seit 16.01.2001
sind die „Leipziger“ Winterschwimmer ein
Verein.